1. Doppelstunde zu “Was gesagt werden muss” (Günter Grass)

Hier also die erste Doppelstunde, so wie sie stattgefunden hat. Nur grob untergliedert in drei Phasenn.

Einführung:

Kurzer Lehrervortrag (Überblick) über die Veröffentlichung des Grass-Gedichtes, Medienecho etc.

Anbindung an die vorherige Reihe anhand einer Folie mit den damals zusammengefassten Arbeitsergebnissen zu Adornos Aussage, Lyrik nach Auschwitz sei barbarisch. Konkret ging es damals um die Frage: Wer darf nach Auschwitz noch Lyrik schreiben? Wir hatten damals mehrere Ergebnisse, siehe dazu hier: klick

Frage an die Schüler, wer das Gedicht von Grass denn gelesen habe. Von der Antwort hängt der weitere Verlauf ab. Es melden sich sechs Schüler. Also wird der Wortigel erst nach der gemeinsamen Lektüre erstellt. Geplant war, den Wortigel ggf. sofort erstellen zu lassen. Dies wird nun nach hinten geschoben.

 Hauptteil:

  • Gemeinsame Lektüre des Gedichtes.
  • Klärung von unbekannten Wörtern, hier: unterjocht, Verdikt, okkupiert.
  • Erstellen eines Assoziogramms (“Wortigel”) an der Tafel: Die Schüler schreiben Begriffe an die Tafel, die ihnen zu dem Gedicht einfallen. Wichtig: Betonen, dass es hier um die ersten Eindrücke geht und wirklich jede (!) Meinung erlaubt ist. Dann kurze Besprechung des Wortigels, ggf. Erklärung einiger Begriffe.
Darauf hinweisen, dass der Wortigel zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal relevant wird. -> Lehrkraft fotografiert das Tafelbild und kopiert das Foto für die nächste Stunde. Alternativ könnte auch ein Schüler mitprotokollieren.
  • Abfrage des Hintergrundwissens zum Iran-Israel-Konflikt sowie der Person Günter Grass. Da die Schüler der Meinung sind, dass ihr Hintergrundwissen eher lückenhaft ist, schließt eine Gruppenarbeit an. Gruppe A: Biographie Günter Grass. Gruppe B: Israel. Gruppe C: Iran. Die Gruppen B und C einigen sich auf Kategorien für den Ländervergleich.

Schlussteil:

  • Präsentation der Arbeitsergebnisse (Plakate). Die Zugehörigkeit Grass´ zur Waffen-SS ist für die Schüler gar nicht so wichtig. Sie diskutieren eher die politische Lage und die Atomwaffenfrage.
  • Es entsteht eine kurze Diskussion darüber, dass Iran schiitisch dominiert ist und nicht mit der Mehrheit des Muslime verwechselt werden darf. Hieran schließt sich eine weitere Diskussion an, wo denn die meisten Juden leben würden.
  • kurzer Rückschluss auf den Wortigel: Schüler werden aufgefordert, sich den Wortigel noch einmal anzusehen. Gibt es nun wegen der neuen Hintergrundinformationen noch Ergänzungen zu machen? (Diese dann in einer anderen Farbe aufschreiben!) –> Schüler verneinen, Sie bleiben bei der Erstfassung.

Hausaufgabe:

  • Lektüre des internationalen Presseechos zu dem Gedicht.
  • Für eine der dargestellten Positionen entscheiden, entweder Zustimmung oder der eigenen Meinung am nächsten.

Anmerkungen:

  • Wie befürchtet, ist die Gruppenarbeit etwas ausgeufert. Die Klasse diskutiert gerne und lange, auch in Gruppenphasen. Ich lasse das (noch) zu, weil die Arbeitsergebnisse für sich sprechen und die Klasse auch sehr schnell ist. Aber mir gefällt es, dass sie sich austauschen, Meinungen diskutieren und neue Erkenntnisse dabei gewinnen. Auch, wenn ich dann nicht immer alles vorhersehen kann.
  • Ich habe aber luxuriöse Umstände, weil trotz der unterschiedlichen Religionen und Meinungen immer fair und sachlich diskutiert wird. Dieses Gedicht bzw. das Thema “Iran vs. Israel” polarisiert ungemein und bietet leider auch viel Raum für Pseudoargumente. Man sollte sich gut überlegen, wie viel man davon in seinem Unterricht zulässt. Auch deswegen habe ich einen historisch-politischen Exkurs eingeschoben, damit alle die gleichen Diskussionsgrundlagen haben und man bei Bedarf immer wieder auf die Quellen verweisen kann.
  • Die Stunde war nicht voll gestopft. Mir war es wichtiger, neben dem Verfügbar machen Hintergrundwissen Zeit für die Meinungsdarstellung und die erste Diskussion zu haben.

Die benutzen Materialien habe ich hier schon einmal aufgelistet: klick

Die Fortsetzung folgt…

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